|
Der Sprachgebrauch zeigt, wie die seelischen und
psychischen Belastungen zu der Funktion des jeweiligen Körperteils in
Verbindung gebracht werden. Hier ein paar Beispiele:
Die Niere steht für Ausscheidung, weswegen emotionale
Belastungen „an die Nieren gehen“, damit sie über diesen Weg
ausgeschieden werden können.
Emotionale Reaktionen erfolgen oftmals im
Blasenbereich, insbesondere bei Kindern. Diese „weinen nach unten“,
indem sie bei starken emotionalen Belastungen Bettnässer sind.
Wer alles „in sich hineinfrisst“, bekommt Probleme
mit dem Magen und der Verdauung, weil dort die Überbelastung nicht mehr
ohne Krankheitserscheinungen verarbeitet werden kann.
Die Verzögerung im Energiefluss führt zu Stauungen.
Eine große Belastung bleibt stecken, z.B. im Hals, oder sammelt sich in
der Nase, die voll wird.
Die Galle steht für einen aggressiven Verdauungssaft,
so dass einem die Aggressionen, mit denen man der emotionalen Belastung
begegnen möchte, hochgehen.
Emotionale Belastungen sind nach dem Verständnis von
Kultur und Erziehung oftmals mit Härte gegen sich selbst zu ertragen („Bleib
hart!“, „Indianer kennen keinen Schmerz.“). Verhärten können sich
im körperlichen Sinne dabei Haut, Muskulatur, Blutgefäße, Gelenke und
Organe. Verhärtung bei den Blutgefäßen führt zu einer geringeren
Blutzirkulation, weswegen man bei starken emotionalen Belastungen
kreidebleich wird. Eine Verhärtung in der Muskulatur bedrückt einen. Die
Verhärtung kann einem aber auch „in die Glieder fahren“.
Halten die psychosomatischen Belastungen über eine
längere Zeit an, weil die Konflikte nicht gelöst oder die persönlichen
Lösungspotenziale nicht verbessert wurden, schwächen diese insgesamt die
körperlichen und seelischen Abwehrkräfte. Man wird in einen Strudel
weiterer Probleme hineingerissen. Die Konflikte scheinen immer größer zu
werden. Lösungsmöglichkeiten scheinen sich immer mehr zu entfernen. Es
kommt dann die allgemeine Schlappheit dazu. Man hat zu nichts mehr Lust und
kann die Lebensfreude nicht durch andere Dinge, an denen man sich in der
Vergangenheit oft erfreut hat, aufhellen. Die sozialen Kontakte lassen nach,
weil man von anderen eher gemieden wird. Denn die schlechte Stimmung ist
Teil der eigenen Ausstrahlung, Teil der eigenen Aura. Und nun kommen durch
diese dauerhafte Schwächung von Seele und Körper echte Krankheiten hinzu,
bis sie in tödlichen Krankheiten wie Herzinfarkt oder Krebs enden.
Die gesamtheitliche Sicht von Körper, Geist und Seele
lässt sich kaum besser als an den Erkenntnissen der Psychosomatik
erklären. Wer die Psychosomatik versteht wird allein über diesen
Erkenntnisprozess einen besseren Umgang mit sich selbst finden, die Ursachen
bisheriger Krankheiten erkennen und von nun an verantwortungsvoller mit sich
selbst umgehen und damit in Zukunft gesünder sein. Das heißt, dass allein
das Studium der Psychosomatik zu einem Genesungsprozess für Körper, Geist
und Seele führt.
|