Traumwanderungen an Walliser Wasserwegen
Harmonische Kulturwanderungen entlang historisch bedeutender, restaurierter Suonen
und zu markanten Aussichtspunkten im Mittleren und Oberen Wallis
Teilnehmerzahl: 6 – 10 Personen.
Voraussetzungen: Kondition für 3-5stündige leichte Wanderungen auf guten Wegen, ohne große Höhenunterschiede. Technische Anforderungen sind nicht nötig, dafür Interesse für die reichhaltige Natur- und Kulturlandschaft. Gelegentlich sind etwas Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sinnvoll, es gibt meistens aber auch Alternativen. Die Touren können in der Reihenfolge variieren und werden je nach Wettersituation und entsprechend der Interessen und Bedürfnisse der Teilnehmer unterschiedlich gestaltet. Technik *, Kondition *, Kultur ***.
Kurzbeschreibung: In Südtirol nennt man sie Waale, auf Madeira sind es die Levadas. Im oberen und mittleren Wallis heißen sie Suonen, im französisch sprechenden Unterwallis dagegen Bisses. Wasser-leitungen bringen das kostbare Nass von den Gletscherbächen auf die Felder und Wiesen der Walliser Dörfer. Entlang dieser Suonen führen ohne große Steigungen sog. Wasserwege, auf denen es sich vorzüglich und sehr beschaulich, oft mit tollen Ausblicken wandern lässt.
Wasser ist Leben. Suonen sind die Lebensadern in den Walliser Bergen. Wie die Wasser-leitung Niwärch (Neues Werk), die das Wasser aus dem schattigen Baltschiedertal auf die sonnigen Halden von Ausserberg bringt. Oder die Suone von Ergisch, die den kleinen Ort am Westrand der Augstbordregion mit dem Wasser aus dem Turtmanntal am Leben erhielt. Oder auch die Bisse, die aus dem verschwiegenen Val Rechy am Beginn des Unterwallis heraus-führt und den Ort Vercorin draußen auf dem Hangplateau mit Leben versorgte.
Etwa 20 000 Kilometer Wasserleitungen soll es zur Hochphase der Besiedlung im 18. und 19. Jahrhundert im Wallis gegeben haben. Ab dem frühen Mittelalter begannen alemannische Siedler auf den Trogschultern der Täler, die eiszeitliche Gletscher zurückgelassen hatten, den Wald zu roden und Dörfer zu bauen. Um sie bewohnbar zu machen, mussten Felder und Gärten angelegt, Wiesen bestellt werden. Das notwendige Nass holte man sich in dieser niederschlagsarmen Region aus den Gletscherbächen der engen Seitentäler. In mühsam ausgehobenen Gräben, mit Steinplatten abgestützt, teilweise durch niedrige Tunnel oder halsbrecherisch über ausgehöhlte halbe Lärchenstämme – den Holzchänneln – entlang steilster, sogar überhängender Felswände geführt. Ohne Suonen waren Ackerbau und Viehhaltung unmöglich – und das ist bis heute vielfach so geblieben. Auch wenn viele der alten Wasserleitungen in unseren Tagen scheinbar funktionslos geworden sind, haben sie doch noch ihre Bedeutung. Häufig läuft das Brauchwasser heute in abgedeckten Rohren aus den Seitentälern, aber immer auf den Trassen der ehemaligen Suonen in sanftem Gefälle zu den Dörfern auf den Hangterrassen hinaus. In der letzten Zeit werden immer mehr alte Wege restauriert, Wasserläufe mit neuen Steinplatten gefasst und die Abschalten (Wasserabzwei-gungen) gerichtet, vermoderte Holzchännel erneuert, Sicherungen an ausgesetzten Passagen angebracht, dazu Schilder und Markierungen installiert – Schweizer Gründlichkeit eben. Heute plätschert durch viele der Kanäle wieder das Wässerwasser, wie man hier sagt. Und an den schönsten und eindrucksvollsten dieser Walliser Suonen wollen wir in der Woche entlang wandern, die Beschaulichkeit und den Frühsommer genießen, die Seele baumeln lassen.
„Wenn man nach einem Gang entlang der Gorperi und der Niwärch im engen Baltschiedertal wieder ins Licht der Wiesen und Halden hinauskommt – Vögel zwitschern, Grillen zirpen, Blumen blühen und das Wasser plätschert -, geht einem das Herz auf. Dieses Dahinschlendern entlang des Leben spendenden Wassers reinigt die Seele!“ (Alpin-Magazin, Juni 2002)
Mit Sicherheit der ideale Einstieg in einen tollen Wander-Sommer!
Reiseverlauf: 1.Tag: Anreise zum Hotel ‚Alpenblick’ in Zeneggen bei Visp , Treffen um 19.00 Uhr.
2.Tag: Entlang der Suone Gorperi hinein ins enge Baltschiedertal und entlang der Niwärch hinaus zum sonnigen Ausserberg, Einkehr auf der Terrasse des Restaurants ‚Sonnenhalde’ und anschließend auf einem Teil des Höhenweges Lötschberg-Südrampe zum Auto zurück;
Auf- und Abstiege sehr flach ca. 400 Hm, Gehzeit 4 ½ - 5 Std.
3.Tag: Von Vercorin am Beginn des Unterwallis entlang der gleichnamigen Bisse ins verschwiegene Val Rechy und auf bequemen Weg hinauf zum Aussichtspunkt der Cret de Midi (2331m), mit der Seilbahn nach Vercorin zurück; Hm im Aufstieg 900, Gehzeit 4 ½ Std.
4.Tag: Vom Örtchen Chelin (750m) westlich von Sierre entlang zweier eindrucksvoller Suonen (Bisse de Lens und Bisse de Silolin) über den Aussichtshügel ‚Le Chatelard’ nach Lens (1128m), mit dem Postbus nach Chelin zurück; Hm im Aufstieg ca. 600, Gehzeit 4 Std.
5.Tag: Von Ergisch am Westrand der Augstbordregion recht spannend entlang der Suone hinein ins Turtmanntal, Einkehr am kleinen Restaurant Hübschweidi; dann entweder auf dem gleichen Weg zurück oder hinauf zur Kapelle St. Anton (1684m) und über nette Almen wieder nach Ergisch hinunter; Hm im Auf- und Abstieg 700, Gehzeit 4- 4 ½ Std.
6.Tag: Start an der Talstation Zironde oberhalb von Crans-Montana, auf schönen Wegen entlang der plätschernden Bisse de Tsittoret mit großartigen Ausblicken auf die Walliser Hauptgipfel hinauf zum Petit Mont Bonvin (2412m), nach gemütlicher Panorama-Einkehr mit der Seilbahn wieder hinunter zum Ausgangspunkt; Hm im Aufstieg 900, Gehzeit 4 Std.
7.Tag: Nach einem letzten üppigen Frühstück individuelle Heimreise.
Bilderreise
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