Wandern auf Goethes Spuren

Seit Jahrtausenden geht der Mensch. Er geht Jagen, er geht Nahrung suchen, er geht in den Krieg, er geht in die Kirche, er geht zur Arbeit, er geht nach Hause. Diese ursprünglichste Fortbewegungsart des Menschen, welche zu damaligen Zeiten mit großen Gefahren und Anstrengungen verbunden war und als mühselige Notwendigkeit betrachtet wurde, änderte sein Bild zu Goethes Zeiten rapide. Die Romantik mit ihrem intensiven Gefühlsausdruck erschuf aus einem rein zweckgebundenen Landschaftsbild ein ästhetisches emotionales Verhältnis zur Natur. Bis dato ungekannte Erlebniswelten inspirierten Künstler wie Goethe, Rousseau und Casper David Friedrich. Sie machten sich die Natur als Instrument zur Stärkung und Inspiration ihrer geistigen Kräfte und Kreativität zu nutze. Auf luftiger Höhe umringt von frei stehenden Tannenbäumen schrieb Goethe viele seiner Gedichte und Theaterstücke. Das Wandern als Spiegelbild der Seele und Auseinandersetzung mit sich selbst und seinen Gefühlen war geboren. Von nun an war Wandern zur bildungsbürgerlichen Freizeitbeschäftigung geworden und zog immer mehr Menschen in seinen Bann.

„Die erhabene Sprache der Natur, die Töne der bedürftigen Menschheit lernt nur der Wanderer kennen“. - J.W. von Goethe



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Samstag, 04.09.2010





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