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Diese Tour führt Sie vorbei am herzogliche Jagdhaus Gabelbach mit einem
Goethemuseum, hinauf zum 861 Meter
hohen Hausberg der Stadt Ilmenau. Dort befindet sich der 1855 erbaute und
24 Meter hohe Aussichtsturm. Nachdem man die 107 Stufen des Turmes erklommen
hat wird man mit einem wunderbaren Ausblick auf den Thüringer Wald,
Ilmenau und das Thüringer Vorland belohnt. Bei guter Sicht ist es sogar
möglich, den Brocken im Harz sehen. Über die Herkunft des Namens Kickelhahn gibt es einige Theorien. Am wahrscheinlichsten ist, dass der
Name durch die zahlreichen Auerwildbestände geprägt wurde und somit
bevorzugtes Jagdrevier des "Kickelhahns" (Gockel, Gickel) der
Weimarer Hofgesellschaft war. Wenige Minuten vom Aussichtsturm entfernt,
welchen es zu Goethes Zeiten noch nicht gab, steht das Goethehäuschen,
welches von Herzog Carl August im Sommer 1783 als Jagdunterkunft unterhalb
des Gipfels errichtet wurde. Als Goethe nach einer seiner Wanderungen
durch die Wälder des Kickelhahns in der kleinen Schutzhütte Rast suchte,
berührte ihn der anbrechende Abend so sehr, dass er am 06.09.1780 die
mittlerweile berühmten Zeilen mit Bleistift in die Bretter überhalb des
Fensters schrieb:
"Über allen Gipfeln
Ist Ruh,
In allen Wipfeln
Spürest du
Kaum einen Hauch;
Die Vögelein schweigen im Walde.
Warte nur, balde
Ruhest du auch.
Insgesamt 28 Mal verschlug es den Dichter und Naturliebhaber nach
Ilmenau, wo er zwischen 1780 und 1831 zu mehreren Besuchen des Gipfels
aufbrach, meist unter Begleitung von Herzog Carl August von
Sachsen-Weimar. Am 27. August 1831, 51 Jahre später und am Vorabend zu
seinem 82. Geburtstag äußerte Goethe den Herzenswunsch noch einmal auf
den Kickelhahn zu fahren. Berginspektor Mahr begleitete den nunmehr
greisen Mann und konnte ihn nicht davon abhalten, die steilen Stufen zum
Obergeschoss der Schutzhütte zu erklimmen um sein kleines Gedicht von
damals zu suchen.
Christian Mahr schilderte die Szene wie folgt:
"Goethe überlas diese wenigen Verse, und Tränen
flossen über seine Wangen. Ganz langsam zog er sein schneeweißes
Taschentuch aus seinem dunkelbraunen Tuchrock , trocknete sich die Tränen
und sprach in einem sanften, wehmütigen Ton: 'Ja, warte nur, bald ruhest
du auch!' , schwieg eine halbe Minute, sah nochmals durch das Fenster in
den düstern Fichtenwald und wendete sich darauf zu mir, mit den Worten:
Nun wollen wir wieder gehen!".
Im 19. Jahrhundert wurde zum Schutz der Zeilen eigens der
Forstaufseher Kilian Merten eingesetzt. Dennoch brannte die Hütte am
12.08.1870 ab. Ein Wanderbursche, der den Brand verursacht haben soll,
wurde zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Im Jahre 1874 wurde das
"Goethehäuschen" originalgetreu wieder aufgebaut. Heute kann
man im Inneren das Gedicht „Wandrers Nachtlied“ in 15 Sprachen lesen.
Zur Stärkung für den Abstieg kann man nun im beliebten
Berggasthaus "Kickelhahn" einkehren.
Museum:
Jagdhaus Gabelbach
Museum zu Goethes naturwissenschaftlichen Studien
der Stiftung Weimarer Klassik
Telefon 03677 /20262
Veranstaltungen:
Kickelhahnfest (jährlich Juli/August)
Kickelhahn-Berglauf
Berggasthaus Kickelhahn
Kickelhahn 1
98693 Ilmenau
Telefon: (03677)-202034
Öffnungszeiten: Täglich von 10-18h. Für Gruppen auf Anfrage auch länger.
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