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König Ludwig II. wird der Märchenkönig Bayerns genannt. Diesen Namen
verdiente er sich durch seine zahlreichen Bauten wie die Schlösser
Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee sowie seines verträumten
und überaus sensiblen Charakters. Dieser feinfühlige Aristokrat liebte
die Zurückgezogenheit und Einsamkeit in den Bergen. Hier fühlte er
sich wohl, abgeschottet von der nüchternen und kalten Realität seines
Herrscherlebens. Besonders lieb waren ihm die bayerischen Alpen, in
dessen schützenden Bergwelten er oftmals Zuflucht suchte. Ganz anders
als sein Vater Maximilian II. nutzte er die Berghütten nicht zum Jagen.
Seiner Bauleidenschaft frönend ließ er zusätzlich zu den oftmals sehr
spartanischen Hütten seines Vaters weitere bauen oder ausbauen,
darunter einige Gipfelpavillons wie z.B. auf dem Herzogstand, welche ihm eine herrliche Aussicht
bescherten. Von hier aus schrieb er oftmals Briefe an seine Erzieherin
aus Kindheitstagen oder seine Busenfreundin Kaiserin Elisabeth von
Österreich. Er liebte die Kunst über alle Maßen. So lud er im August
1865 seinen hochverehrten Freund Richard Wagner auf die Hochkopfhütte
ein. Wo dieser 10 Tage verbrachte und laut Überlieferung an seinem
Parzival arbeitete. Eigentlich war König Ludwig II. mehr Künstler als
Staatsmann, wodurch ihn sein Umfeld Zeit seines Lebens als Sonderling
verkannte. Seinen Tod, welcher bis heute ein
unaufgedecktes Mysterium ist, fand er im Alter von einundvierzig Jahren
zusammen mit dem Arzt, Dr. Gudden im Starnberger See. Ein großes
Holzkreuz im See erinnert an die Stelle wo seine Leiche gefunden wurde.
Ob Mord, Selbstmord oder ein tragischer Unfall wurde bis heute nicht
geklärt.
Aus einem Brief des Königs im Jahre 1876: "Im großen Ganzen
bin ich froh und zufrieden, nämlich auf dem Lande, im herrlichen
Gebirge - elend und betrübt, oft im höchsten Grade melancholisch bin
ich einzig und allein in der unseligen Stadt."
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